Liebe Besucher der Theatinerkirche!
Viele Menschen sind beeindruckt, wenn sie unsere Kirche zum ersten Mal betreten.
Beeindruckend ist nicht nur der Glaube, der in der Architektur unserer Kirche Stein geworden ist, sondern vor allem auch der, der in Ihnen, unseren Kirchenbesuchern, stets aufs Neue „Fleisch“ wird - durch Ihre Anwesenheit, Ihr Beten und Mitfeiern. Es ist schön, dass Sie auch in den kalten und dunklen Wintermonaten zu uns in die Theatinerkirche kommen! Manchmal friert man ja fast an unseren Kirchenbänken fest, wenn die Kälte drinnen im Kirchenraum schneidender zu sein scheint als draußen. Oder man hat Mühe, in der Dunkelheit und schlechten Beleuchtung überhaupt zu sehen, wer da der Zelebrant und Prediger ist. Wenn dann noch ein Sturm durch die Fenster- und Türritzen pfeift, ist es auch mit dem Hören und Verstehen nicht mehr weit her…
Und dennoch finden Sie den Weg zu uns - ein schönes Zeugnis des Glaubens, dass dort, wo die heilige Messe gefeiert wird, ein anderes Licht aufscheint, als wir mit unseren leiblichen Augen wahrnehmen können. Und dass da, wo Menschen zum Gebet zusammen kommen, eine andere Wärme herrscht, als sie sich vielleicht körperlich erspüren lässt. Gerade in einer auch architektonisch so interessanten Kirche wie der Theatinerkirche geben Sie vielen Menschen, die vom Glauben der Kirche keine oder wenig Ahnung haben, mit Ihrer Treue im Kirchgang ein beredtes Zeugnis des Glaubens: Die Kirche, das ist nicht unbedingt ein kuscheliger Wohlfühlort, sondern das ist vorrangig der Ort, wo wir dem Herrn unseres Lebens begegnen, ihn feiern, anbeten und in unseren Anliegen um Erhörung und um die Fürsprache der Heiligen bitten.
Wenn Sie diese Zeilen lesen, liegt Weihnachten schon weit hinter uns. Aber sie sollen Ihnen nochmal Mut machen, ein weihnachtlicher Mensch zu bleiben: Das beginnt mit dem sonntäglichen Kirchgang, es setzt sich fort in jedem einzelnen Gebet, das Sie im Herzen oder auch laut formulieren, und es findet seine Erfüllung, wenn Sie durch Ihr alltägliches Handeln und Reden Christus zur Welt bringen.
Dazu segne Sie der allmächtige Gott!
Ihr
P. Johannes H. Weise OP
