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Concert Spirituel
Benefizkonzert

HEUTE, Montag, 15.08.2022

Gedenktag Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

06.30 Uhr
Kirchenöffnung
08.15 Uhr
Hl. Messe mit Predigt
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
12.00 Uhr
Hl. Messe mit Predigt
18.00 Uhr
Rosenkranz
18.30 Uhr
Hl. Messe mit Predigt und Orgel
19.30 Uhr
Kirchenschließung

Besondere Gottesdienste

15.08. Mariä Himmelfahrt
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Martin Staszak OP
Thema:
Zu Christus gehören
Musik:
Messe Basse von Gabriel Fauré (1845-1924) für zwei Soprane solo und Orgel Salve Regina (op. 118 Nr. 1) von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) für zwei Soprane solo und Orgel
21.08. 21. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Thomas Schuster OP
Thema:
„Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ (Lk 13,23)
Musik:
Missa De angelis und festliche Orgelmusik
28.08. 22. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Robert Mehlhart OP
Thema:
Bei Jesus zu Gast
Musik:
Missa Lux et origo und festliche Orgelmusik

Liebe Besucher der Theatinerkirche!

Vielleicht kennen auch Sie Menschen, denen – zumindest scheinbar – alles leichtfällt. Wo sich andere um etwas plagen, fällt es diesen Menschen einfach zu und sie nehmen auch alles ganz leicht. Die typische Münchner Verkörperung eines solchen Menschen ist wohl Helmut Dietls Monaco Franze, eine Prager Variante begegnet uns in dem Arzt und Frauenheld Tomá¨, der Hauptfigur von Milan Kunderas berühmten Roman „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins.“ Dass einem alles ganz leichtfällt, aber auch das Gegenteil, dass man um alles kämpfen und ringen muss, das kennen Sie vielleicht auch aus dem eigenen Leben. Es gibt Phasen, Lebensabschnitte, da geht alles wie von selbst, man fühlt sich leicht und beschwingt bei allem, was man tut. Aber es gibt auch Zeiten, die oft Jahre dauern, da hat man nur noch Nöte und Sorgen, und selbst das, was früher einfach ging, fällt einem nun schwer.

Wenn wir noch einmal auf das Fest Christi Himmelfahrt zurückschauen, dann erscheint uns auch Christus als „ganz leicht“: Leicht wirken die Ruhe und Souveränität, mit der er zu den Aposteln spricht und sie ein letztes Mal segnet. Mit welcher Sicherheit kündigt er die Ankunft des Heiligen Geistes an, fast als wäre das etwas Selbstverständliches. Und da ist noch die schiere Leichtigkeit seines Körpers, der wie schwerelos emporgehoben wird. Alles wirkt jetzt so leicht, weil sein innerster göttlicher Person-Kern ganz nach außen durchgebrochen ist. Jetzt, nach der Auferstehung, zeigt sich sein menschliches Wesen, seine menschliche Seite auch und gerade in der Körperlichkeit als ganz von der göttlichen Person getragen und durchdrungen. All das war aber immer schon da im Leben Jesu, immer wieder ließ er seine Herrlichkeit aufblitzen – denken wir nur an die Verklärung auf dem Berg Tabor, die wir im August feiern. Trotzdem können wir nicht sagen, dass Jesus alles leichtgefallen ist, denn auch das Schwere zeigte sich immer wieder in seinem irdischen Leben: Tiefe Trauer überkommt ihn beim Tod seines Freundes Lazarus. Wie oft kämpft und ringt er mit dem Unglauben der Menschen, mit ihrer religiösen Verhärtung, mit Gleichgültigkeit oder Sensationslust. Als er am Kreuz hängt, haben ihn fast alle verlassen, er leidet, er hat Todesangst, er hat Schmerzen. Es ist also beides zu finden im Leben Jesu: das Leichte und das Schwere. Dass er unser Leben so nach beiden Seiten hin, dem Leichten wie dem Schwierigen, wirklich mit uns geteilt hat, kann uns immer wieder trösten und aufrichten.

Als Christen, als Menschen, die zu Christus gehören, dürfen wir uns gesegnet wissen von ihm. Und wir dürfen unser Leben als eines verstehen, das der Heilige Geist trägt und erfüllt, der Geist der Wahrheit und der Liebe, der uns immer tiefer hineinführen will in die Gemeinschaft von Gott-Vater und Gott-Sohn, die Jesus offenbart hat. Bei allem Schweren, das wohl in keinem menschlichen Leben ausbleibt, kann unsere christliche Existenz so doch Leichtigkeit gewinnen. Und dies ist dann eben nicht die „unerträgliche“, nihilistische „Leichtigkeit des Seins“, von der Milan Kundera einmal Folgendes geschrieben hat: „Die Geschichte ist genauso leicht wie ein einzelnes Menschenleben, unerträglich leicht, wie Federn, wie aufgewirbelter Staub, wie etwas, das morgen nicht mehr sein wird.“ Nein, die christliche Leichtigkeit des Seins ist eine wunderbare Leichtigkeit, weil sie nach oben strebt, zum Höheren, dem Unbegreiflich-Größeren entgegen, auf ein Ziel zu, aus der Enge hinein in die Weite, der Liebe selbst entgegen, hin zur Vollendung mit Gott, hin zu ihm, dem Herrn und Richter aller menschlichen Geschichte.

Mit den besten Segenswünschen

Ihr

P. Dr. Paul D. Hellmeier OP, Kirchenrektor

Der Orden der Predigerbrüder: Die Dominikaner in Süddeutschland und Österreich.